Viele ältere Menschen trotz Durchimpfung weiterhin isoliert in Pflegeheimen

Viele ältere Menschen leben nach Recherchen des ARD-Mittagsmagazins trotz hoher Impfquoten weiterhin nahezu isoliert in ihren Pflegeheimen.

Trotz Empfehlungen des Ethikrates sowie der Gesundheitsministerkonferenz, die Beschränkungen in den Heimen nach Erreichen des vollen Impfschutzes aufzuheben, hätten die Bundesländer es bisher versäumt, die Verordnungen in diesem Sinne anzupassen, kritisiert der Pflegeschutzbund BIVA. Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeheimen sowie deren Angehörige seien frustriert. Viele fühlten sich alleine gelassen. “Sie wollen die sozialen Kontakte in einem sehr viel stärkeren Umfang durchführen können, und da hat die Politik bisher überhaupt kein Angebot gemacht,” sagte Markus Sutorius, Rechtsreferent beim Pflegeschutzbund, am Mittwoch im ARD-Mittagsmagazin.

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, appellierte an die Länder sowie die Pflegeheime, die Teilhabe der Menschen sicherzustellen. Die Bewohnerinnen und Bewohner dürften nicht “weggesperrt und isoliert” werden. “Da brauche ich die gleiche Kreativität wie ich sie im Laufe der Pandemie bei Einrichtungen hatte, die das können. Und ich erwarte von allen anderen, dass sie es im Sinne der Menschen auch umsetzen”, sagte Westerfellhaus. Zudem appellierte er an die Heime, die Verordnungen der Länder im Anschluss auch anzuwenden. Es gebe Einrichtungen, die sich trotz der Empfehlungen in der Umsetzung der Maßnahmen restriktiv verhielten, kritisierte der Pflegebevollmächtigte.

Zuletzt hatte Bayern Lockerungen angekündigt. Ab Ende März könnte es laut dem bayerischen Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) gelockerte Besuchsregeln geben.

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